2031

24h Rad am Ring – Nürburgring am 20./21.08.2011

Bereits im letzten Jahr fasste ich den Entschluss: ja das machst Du…. 24h Rad am Ring als Einzelstarter…. Um einen guten Parzellenplatz zu bekommen, meldete ich mich bereits im November 2010 an. Lange fieberte ich dem Event entgegen, die letzten Wochen vergingen wie im Fluge…. Die Aufregung wurde immer größer, so dass ich bereits in der Woche vorher ungewollt das Nichtschlafen trainierte….. Dann war es so weit….

Donnerstag: Mein 1. Urlaubstag für die Mission 24h Rad am Ring. Emsig packte ich alle Utensilien zusammen. Oje…. Wie sollen wir das bloß in unser Auto bekommen. 2 Rennräder, Mountainbike für Christian, damit er nicht alle Wege zu Fuss bewältigen muss, Zelt, Schlafsack, Isomatte, Licht, diverse Radklamotten und und und…..

Freitag: Mein Freund, Christian, stand bereits um 7 Uhr auf und packte das Auto…. Es passte… mehr durfte aber wirklich nicht rein. Dann war es soweit, gegen 10:00 Uhr fuhren wir Richtung Nürburg. Nach einer gefühlten Ewigkeit, einigen Staus erreichten wir Nürburg gegen 16:00 Uhr. Ich buchte für uns das Dorint Hotel direkt am Nürburgring. Wenigstens vorher noch einmal richtig schlafen. Dann brachten wir das Auto, samt Gepäck ins Fahrerlager, wo unserer Parzelle war. Anschließend holte ich die Startunterlagen ab. Die Nudelparty ersparten wir uns auf Grund einer Mega Schlange und gingen lieber zu Subway essen.

Gegen 21:30 Uhr legten wir uns schlafen. 8 Uhr klingelte der Wecker. Man war ich aufgeregt….

Eins vorneweg: Das Wetter war super… Sonne und Temperaturen um die 30 Grad waren vorausgesagt, was ja für den Sommer 2011 nicht selbstverständlich ist.

Das Frühstück, obwohl es total lecker war, musste ich  mir reinquälen. Christian machte sich danach auf den Weg zu unserer Parzelle, um unser Zelt für die nächsten 24h aufzubauen. Unsere ParzelleGegen 10:30 Uhr nahm ich an der Fahrerbesprechung für das 24h Rennen teil, wo uns noch einige Informationen zum Ablauf des 24h Rennens gegeben wurden. Zurück in unserer Parzelle, waren bereits zwei Freunde Anett und Alexander eingetroffen, die mich mit betreuten…..

Dann war es endlich soweit: Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad rollte ich zur Startaufstellung. Zuerst wurden die Jedermann-Distanzen 145, 75, 25km ins Rennen geschickt. 13:15 Uhr fiel dann der Startschuss für alle 24h Teilnehmer…. (8er, 4er, 2er und natürlich die Einzelstarter…). Was für ein Gefühl… Der Moderator sagte in genau 24h sehen wir uns wieder…. Kampf am Berg

Die erste Runde begann: Ich fühlte mich gut…. Und beendete die 1. Runde nach ca. 57min. Im Vergleich zu den Jedermann Rennen mussten wir ein paar Zusatzkilometer pro Runde absolvieren, da wir jede Runde eine Extra-Schleife durchs das Fahrerlager drehen mussten, so kam ich jede Runde an unserer Parzelle vorbei. Mit einer kleinen Toilettenpause ging ich in die 2. Runde, ich wusste, dass ich langsamer machen musste, damit ich die 24h überlebe…. Aber leichter gesagt als getan… mein Puls war eigentlich immer noch zu hoch… die Runde 2 beendete ich in 1:05h. Christian versorgte mich mit 2 neuen Trinkflaschen und es ging weiter in Runde 3…., 4, …., 5…. und 6 (Rundenzeiten: 1:08, 1:07, 1:11, 1:12h). Die 1. PauseDann war sie endlich da… die erste Pause gemäß meinen Zeitplan, den ich mir vor dem Rennen selbst erstellt habe. 20min… dann hatten meine „Betreuer“ Anweisung mich wieder hochzuscheuchen. 20min in denen ich Zeit zum Klamottenwechsel, Essen und Trinken hatte. Die Zeit verging viel zu schnell, aber fast pünktlich nach 20min saß ich wieder auf dem Rad. Jetzt aber mit Beleuchtung und Rädertausch. Während ich zu Beginn die ersten 6 Runden mit meinem Scott-Renner mit Kompakt Übersetzung gefahren bin, habe ich ab Runde 7 sehr sehr freiwillig auf meinen Red Bull-Renner mit 3 Kettenblättern gewechselt. Eins vorneweg: Ich habe es nicht wieder hergegeben…. Auf das kleine Kettenblatt mit 27-er Ritzel konnte ich nicht mehr verzichten…..

In der NachtSonnenuntergang! Ein Traum ein schönes Gefühl…. Dann war es dunkel… aber dank meines Super Lichtes, Eigenbau von Henrik, hatte ich immer ein sicheres Gefühl…. (Danke an Henrik, Andre und Felix, die mir ihre Lampe und Akkus geborgt haben). Zudem waren die 3 gefährlichsten Abfahrten gut ausgeleuchtet. So konnte man auch nachts die Fuchsröhre ungebremst runterfahren…. Die erste Runde in der Nacht war geschafft… Zeit inkl. der 20min Pause, die ich vor der 7. Runde gemacht habe: 1:33h. Es ging gleich in die 8. Runde und 9. Runde (1:14h + 1:17h). Danach war meine 2. Pause wieder von 20min vorgesehen. Schon deutlich mehr erschöpft, sehnte ich mir diese auch herbei…. Meine Betreuer wechselten in der Zwischenzeit vom Licht das Akku. Aber es gab wieder kein Erbarmen, wieder pünktlich nach 20min setze ich mich auf s Rad und Rund 10 begann. Oje mein Magen…. Krämpfe machten sich bemerkbar. Ich verzichtete auf das Pflichtessen und bestellte per Handy für die nächste Runde eine Flasche mit Kamillentee. (Zeit Runde 10 inkl. der 20min Pause nach Runde 9: 1:35h). Runde 11: Eine Qual mit Krämpfen überstand ich auch diese mit einer Zeit von 1:24h und änderte dann kurzerhand meinen Zeitplan: Ich brauchte dringend noch einmal 20min Pause…. inkl. einem Toilettengang. Aber was soll‘s: Nach 20min und gewechselten Akku (fürs Licht) begab ich mich in Runde 12 (1:49h inkl. der 20min Pause nach Runde 11). Dann kam die Runde 13. Ich hatte Respekt vor der Zahl 13. Nicht das ich Abergläubisch bin… aber es sollte die letzte Runde im Dunkeln werden und die wollte ich auch noch heile überstehen. Gleich zu Beginn der Nordschleife in einem steilen Anstieg war die Kette unten…. Okay, ich holte sie mit den Händen wieder hoch…. Die Kette war gut geschmiert, meine Hände jetzt auch…. Und dann war es soweit, im letzten Drittel der Runde ging die Sonne auf. Was für ein schönes Gefühl. Ein Glücksgefühl… jetzt ist nicht mehr lang und dann hast du es geschafft….. Es wurde gleich wärmer… in der Nacht hatte es sich bis zu 12 Grad abgekühlt.

Nach Runde 13 (Zeit: 1:33h)machte ich wieder 20min Pause. Klamottenwechsel…. Mein Betreuerteam baute in der Zwischenzeit das Licht vom Rad ab…. Dann ging es in Runde 14 und 15. Teilweise nieselte es leicht, es war stark bewölkt. So langsam sehnte ich mir das Ende herbei: die Füße schmerzten, Nacken, Arme und Rücken taten weh…. (Zeiten: 1:48h inkl. der 20min Pause nach Runde 13 + 1:26h).

Nach Runde 15 und 10min Pause war es soweit: Meine 16. Runde, mein Zielrunde, (so viele Runden wollte ich fahren) begann. Ein schönes Gefühl…. Jetzt ist es gleich zu Ende und Du hast durchgehalten… es begann zu regnen, aber gegen Ende der Runde setzte sich die Sonne durch. Die letzten Runden....Runde 16 war fast zu Ende (1:35h inkl. der 10 min Pause nach Runde 15). Aber ich hatte noch Zeit…. Durch mein Betreuerteam erfuhr ich , dass die Konkurrenz Platz 1 bis 3 für mich uneinholbar waren, ich war auf Platz 4. Mich packte der Ehrgeiz. Per Handy informierte ich meine Betreuer, dass ich noch in die 17. Runde gehe…. Aber diese sollte dann wirklich meine letzte Runde sein. Diese beendete ich in einer Zeit von 1:23h.

Nach einer Gesamtzeit von 23:21h war Schluss …. 17 Runden mit 25km und jeweils 500Hm …. 425km und 8500Hm.

Ich war glücklich…. Alle umarmten mich… die beiden Nachbarteams beglückwünschten mich…. Einfach schön …. Minutenlang lag auf dem harten Betonboden in unserer Parzelle…. Platz 4 – AK 2. Total erschöpft… überall Schmerzen… aber einfach nur glücklich….

Zu Fuss legte ich die paar Meter zu unserem Hotelzimmer zurück. Duschte, zog mich um und wir gingen zur Siegerehrung…. Gegen 18 Uhr hieß es dann Schlafen …. Schlafen…. Schlafen….

Danke an alle, vorallem an Christian, Anett und Alexander, die mich in den 24h tatkräftig unterstützen und alle meine Wünsche sofort erfüllten. Ohne Euch hätte ich die 24h wahrscheinlich nicht durchgestanden. DANKE

4 Antworten zu “24h Rad am Ring – Nürburgring am 20./21.08.2011”

  1. avatar Joas Kotzsch sagt:

    Absolut beeindruckende Leistung. Hab den Artikel mit großer Faszination gelesen!

  2. Respekt!!! Damit hast Du in diesem Jahr an einem Tag mehr Stunden auf dem Bike gesessen als ich im ganzen Jahr 🙂

  3. avatar Birgit Zimmermann sagt:

    Hi Janet,
    toller Artikel, und natürlich noch tollere Leistung! Gratuliere, das hört sich echt toll an.Da könnte man ja glatt Gefallen dran finden, aber so ein tolles Begleitteam braucht man erst mal, einfach Hochachtung.
    Grüße von der weiblichen Seniorenliga des FC Post;)

  4. avatar Stefan sagt:

    Chapeau!!! Ich erinnere mich noch an das Rennen 2009 am Nürburgring, wo wir alle sagten – NIE WIEDER- aber die Grüne Hölle reizt halt doch. Viele Grüße aus dem inaktiven Lager.

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